Yoga für Alle

Die Bewegung des Lebens ist Lernen.

- Siddharta Gautama


Yoga ist eine zeitlose, pragmatische Wissenschaft, die sich über Tausende von Jahren entwickelt hat. Sie beschäftigt sich mit dem körperlichen, moralischen, mentalen und geistigen Wohlbefinden und der Gesundheit des Menschen. Die Übungen des Yogaweges wurden zum ersten Mal systematisch in den Yogasutras (Aphorismen) des Patanjali zusammengefasst. Dieser Text ist von zeitloser Aktualität und dient bis heute als Leitfaden für den interessierten Yogaschüler. Die Asanas (körperliche Stellungen) und das Pranayama (Atemübungen) trainieren den Körper und stärken die Nerven. Ein ganzheitlich gutes und entspanntes Gefühl  stellt sich ein. Yoga ist eine Hilfe im täglichen Leben und ist kein Wettbewerb: Konzentration, Bewusstsein, Entspannung, Kraft und korrektes Atmen sind die Schlüssel zum Erfolg.

Die bestmögliche Definition von Yoga stammt von Patanjali selbst: „Citta Vritti Nirodha“.

Das heisst: Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Aktivitäten im Bewusstsein.


Werde beweglicher

Kannst Du im Stehen Deine Zehen berühren? Die meisten Erwachsenen, und leider immer mehr Kinder und Jugendliche, können dies nicht ohne weiteres, denn sie haben aufgrund einseitiger Beanspruchung verkürzte Sehnen und Bänder. Dies kann zu Verspannungen, Fehlhaltungen und Schmerzen führen. Durch Yoga werden die verkürzten Bereiche systematisch gedehnt. Blockaden verschwinden und Du genießt ein ganz neues Körpergefühl.

Werde kräftiger

Die Yoga-Positionen (Asanas) fördern Deine Kraft durch eine gleichförmige Anspannung. Insbesondere auch die tiefe Rumpfmuskulatur muss in den Asanas viel arbeiten. Damit verbessert sich Deine Haltung, Du wächst sozusagen über Dich hinaus.

Werde gelassener

Yoga ist eine Praxis, die einen ruhigen Geist fördert. Durch Atemübungen (Pranayama) lernst Du, zur Ruhe zu kommen und die Dinge leichter so zu nehmen wie sie kommen. Im Yoga erfährst Du ganz direkt, welche Kraft in der Gelassenheit steckt. Studien haben auch gezeigt: Yogis und Yoginis schlafen besser. Die Ruhe und Ausgeglichenheit heben die Schlafqualität, Schlafstörungen nehmen signifikant ab. Das Gedankenkarussell, das Dich so manches Mal am Einschlafen gehindert hat, kommt zur Ruhe, weil Du gelernt hast abzuschalten.

Werde achtsamer

Wenn Du mit Yoga beginnst, wirst Du anfangen, Deine Wahrnehmung zu verfeinern. Du kannst sensibler in Deinen Körper hineinspüren, die Positionen klarer vor Deinem inneren Auge sehen. Durch die Konzentrations- und Meditationsphasen wirst Du geschult, im Hier und Jetzt zu sein – ohne zu bewerten und ohne Leistungsdruck. Yoga fördert darüber hinaus das Selbstvertrauen, wirkt aufhellend bei depressiven Verstimmungen und stärkt das Immunsystem. Yoga ist kein Allheilmittel, es kann Dir aber zeigen, dass das Glück in Dir ist – immer und überall. Und Du bist der Schlüssel.


Jeder Mensch atmet pro Tag etwa 20'000 – 30'000 Mal ein und aus. Die meisten Menschen tun dies unbewusst. Oftmals sind die Atem-Gewohnheiten eher schlecht und wenig effektiv. In diesen Fällen wird verbrauchte Luft in den Lungen angesammelt. Die Folge sind Antriebslosigkeit und Leistungsschwäche. Falsches Atmen kann auch ein Indiz für Stress sein. Die Atemzüge sind dann eher flach und kurz. Dies verhindert, dass die ca. 4 Liter Blut im Körper ausreichend Sauerstoff erhalten. Als Resultat können nicht alle Giftstoffe abtransportiert werden, was zu einer Vergiftung von Zellen und Organen führen kann. Resultierend daraus fühlt sich die Person angeschlagen und träge.

Richtiges Atmen

Ein- und Ausatmen sollte man wenn möglich durch die Nase. Nach jedem Ein- bzw. Ausatmen entsteht eine kurze Atempause in welcher der Sauerstoff in die Zellen gelangen kann. Richtiges Atmen entspannt den Geist, die Muskeln und Organe und hilft Spannungen in unserem Organismus zu verhindern. Richtiges Atmen bedeutet inneren Frieden und Ruhe zu gewinnen.


Prana bedeutet Atem, Atmung, Leben, Vitalität, Wind, Energie oder Lebenskraft. Das Wort bezeichnet u.a. die vitalen Atemzüge. Ayama bedeutet Länge, Ausdehnung, ausstrecken oder zurückziehen. So bedeutet Prãnãyãma „die Ausdehnung des Atems und seine Beherrschung/Kontrolle“.


Pranayama-Übungen sind gezielte Atemtechniken und ein wichtiger Bestandteil des klassischen Yoga. Mit den Übungen wird der Atem unter Kontrolle gebracht, damit er seine Funktion optimal erfüllen kann. Die Qualität des Atems ist maßgebend für das vegetative Nervensystem und damit auch für jede Körperfunktion, die damit verbunden ist. Sie stärkt das Gemüt, hebt die Stimmung und aktiviert die Gehirn-Tätigkeit. Es wird generell eine enge Verbindung und Wechselwirkung zwischen ruhigem Geist und ruhigem Atem gesehen. Regelmässiges Pranayama wirkt sehr intensiv auf den Körper und das vegetative Nervensystem.


Der Atem aus yogischer Sicht

Es gibt 3 Funktionen des Atems:

•Einatmen – Pûraka (Atemfülle)

•Ausatmen - Rechaka (Atemleere)

•Anhalten des Atems – Kumbhaka (Atemstille)



Yogena cittasya padena vacam
 malam sarirasya ca vaidyakena
yopakarottam pravaram muninam
 patamjalim pramjaliranatoshmil

Abahu purusakaram
Shanka cakrasidharinam
sahasra sirasam svetam
pranamami patanjalim


 Srimate anataya nagarajaya namonamah

Hari Om

 

Übersetzung - Bedeutung des Gesangs:

 

Ich verneige mich vor demjenigen, der von den Weisen abstammt,

Patanjali, der Yoga zur Ruhe des Geistes, Grammatik zur Reinheit der Sprache und

Medizin (Ayurveda) zur Perfektion des Körpers gab.

Ich grüsse Patanjali,
dessen Oberkörper eine menschliche Form hat, dessen Hände eine Muschelschale (Urklang),
eine Scheibe (Unendlichkeit) und ein Schwert (Unterscheidbarkeit) halten. 
1000 strahlende Köpfe habend, vor Patanjali verneige ich mich. 

Vor dem Glück verheissenden Ananta, dem König der Kobras.
Hari Om


Patanjali gilt als Urvater der Yogaphilosophie und -wissenschaft.  Er zeichnet in seinem Werk über Yoga (Yogasutras*) den achtgliedrigen Weg auf (genannt Asthanga Yoga**): ethische Werte  & Verhaltensregeln (Yama und Niyama), Körperhaltung (Asana), Atemtechnik (Pranayama), Sich-nach-innen Ausrichten (Pratyahara), Konzentration (Dharana), Meditation (Dhyana), Verwirklichung des höheren Selbst (Samadhi).

*   Yogasutras = Leitfaden des Yoga, geschrieben mit 195 Versen in 4 Kapitel
** nicht zu verwechseln mit der Asthanga Vinyasa Yogamethode nach K. Pattabhi Jois
->  Interessierte YogaschülerInnen finden eine kurze Zusammenfassung der Yogasutras in deutscher Sprache bspw. unter folgendem Link

Die acht Säulen/Zweige des Yoga:
  • YAMA: Empfehlungen und Bewusstheitswerte zum täglichen Lebensstil
  • NIYAMA: Bewusste Suche nach Selbsterkenntnis
  • ASANA: Kenntnis und bewusste Beherrschung des Körpers
  • PRANAYAMA: Bewusste Lenkung/Regulierung des Atems
  • PRATYAHARA - Bewusste Kontrolle der Sinneswahrnehmung
  • DHARANA: Bewusste Konzentration auf Objekte, Gefühle oder Worte
  • DHYANA: Praxis der Meditation ohne äussere Wahrnehmung
  • SAMADHI: Eintreten in den Zustand des Erwachens und Einsseins

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